Hoi Adi, wie geht es Dir?

Tip­top.

An welchen Pro­jek­ten arbeitest Du ger­ade?

Im August erfol­gten die Abnah­men der 30 Neubau­woh­nun­gen in der Scheuren und der 4 total sanierten Woh­nun­gen an der Garten­strasse 17. Das war recht zeit inten­siv. In Zusam­me­nar­beit mit der Gemeinde ste­hen die neuen Bau­rechtsverträge und die Über­prü­fung der Ver­mi­etungsrichtlin­ien im Vorder­grund. Auch beim Alter­skonzept Küs­nacht wur­den wir für eine Stel­lung­nahme ange­fragt.
Eine ständige Auf­gabe ist die Weit­er­en­twick­lung unserer Genossen­schaft. So wer­den im Moment die Entschädi­gun­gen unserer Ver­wal­tungs­man­date neu geregelt. Ebenso wird ein eige­nes Per­son­al­re­gle­ment für die BGZ aus­gear­beitet, nachdem wir fest­stel­len mussten, dass die bish­erige Anwen­dung des Per­son­al­re­gle­ments der Gemeinde Küs­nacht für die BGZ in bes­timmten Fäl­len unan­genehme Fol­gen haben kann.

 

Wie lange bist Du schon bei der BGZ und warum?

Die Gen­er­alver­samm­lung hat mich 2000 in den Vor­stand und 2003 zum Präsi­den­ten gewählt. Viele Men­schen, welche in unserer Gegend arbeiten und leben, finden kaum mehr bezahlbaren Wohn­raum. Ich bin überzeugt, dass eine gut durch­mis­chte Bevölkerung zum Funk­tion­ieren einer Gemeinde notwendig ist. Deshalb liegt mir viel daran, in unserem Kernge­biet (rechtes Zürich­see-Ufer) das Ange­bot an Genossen­schaftswoh­nun­gen nicht nur zu erhal­ten, son­dern weiter auszubauen.

 

Wie würdest Du einem Frem­den die Zürcher Gold­küste und seine Men­schen beschreiben?

Die Gegend bietet unheim­lich viel Leben­squal­ität. Die Lage am See, der nahe Wald am Pfan­nen­stiel, die Nähe und gute Erre­ich­barkeit der Wirtschaftsmetropole Zürich mit ihrem bre­iten Ange­bot Arbeit­splätzen, Pro­duk­ten und Dien­stleis­tun­gen. Kurz: wenn sich jemand hier nicht wohlfühlt, wo dann? Die Beliebtheit hat aber auch ihre Schat­ten­seiten. Der grossen Nach­frage steht ein beschränk­tes Ange­bot gegenüber. Das Leben in der Gegend ist teuer. Die Men­schen hier sind generell offen und fre­undlich. Es ist ein Gemisch aus alteinge­sesse­nen Fam­i­lien, welche seit Gen­er­a­tio­nen hier wohnen, aus Zuge­zo­ge­nen, welche aus Überzeu­gung und mit Engage­ment in ihrer Gemeinde leben, und einer drit­ten Kat­e­gorie, welche ihren Wohn­sitz eher aus steuer­lichen oder Sta­tus Grün­den hier­hin ver­legt haben und in ihrer eige­nen Welt leben.

 

Welche Mieter gehen Dir auf die Ner­ven?

Prak­tisch keine. Allerd­ings machen die gesellschaftlichen Verän­derun­gen auch von unserer Genossen­schaft nicht halt. Trends wie die Indi­vid­u­al­isierung führen auch bei uns ver­mehrt dazu, dass vere­inzelt Mieter alle Vorteile der Genossen­schaft gerne annehmen, die damit ver­bun­de­nen sol­i­darischen Pflichten jedoch nicht mit­tra­gen wol­len. Statt eines klären­den Gesprächs ver­suchen  diese dann meist, unsere Geschäftsstelle in unnötige und aufwändige Briefwech­sel zu ver­wick­eln.

 

Warum glaubst Du gibt es auch sehr pas­sive Genossen­schafter, die sich nicht für die BGZ inter­essieren und ein­fach nur gün­stig wohnen wol­len.
Zunächst betra­chte ich es als Kom­pli­ment an unsere Geschäftsstelle und als Ver­trauens­be­weis an die gewählten Vorstände. Wür­den diese nicht gute Arbeit leis­ten und damit die Bedürfnisse und Erwartun­gen unserer Mieter ent­täuschen, wür­den unsere Genossen­schafter ver­mehrt von der Möglichkeit Gebrauch machen, ihren Unmut an der Gen­er­alver­samm­lung zu äussern. Die Nicht­teil­nahme an der Gen­er­alver­samm­lung muss nicht zwin­gend heis­sen, dass sich die Genossen­schafter nicht für die BGZ inter­essieren. Wie bei poli­tis­chen Abstim­mungen gibt es Leute, welche im Vor­feld unsere Anträge lesen, diesen still beipflichten und davon aus­ge­hen, dass die Mehrheit Ver­samm­lung­steil­nehmer dann schon zus­tim­men wird. Natür­lich wün­schte ich mir, dass sich Genossen­schafter aus dieser Gruppe wieder ver­mehrt an unseren Anlässen teil­nehmen. Es ist nicht nur eine Gele­gen­heit, aktuelle Infor­ma­tio­nen aus erster Hand zu erfahren und klärende Fra­gen zu stel­len, son­dern sich auch andere Genossen­schafter ken­nen zu ler­nen und sich mit diesen auszu­tauschen.

Was sind/waren die beson­ders span­nen­den Aspekte der aktuel­len Baupro­jekte?

Am Anfang eines Pro­jek­tes steht neben dem Grund­stück oder der Liegen­schaft immer unser Anforderungskat­a­log. Bei einem Neubau zum Beispiel definieren wir darin den beab­sichtigten Woh­nungsmix, die Ziel­grössen der entsprechen­den Woh­nun­gen und den Aus­bau­s­tan­dard. Dabei set­zen wir uns intern bere­its Ober­gren­zen für die zukün­fti­gen Miet­preise. Je präziser wir diese Rah­menbe­din­gun­gen im all­ge­meinen Baubeschrieb for­mulieren kön­nen, ohne die Frei­heit der Planer unnötig einzuschränken, desto klarer sind die Aufträge an alle Beteiligten, und als Resul­tat auch die Kosten­schätzun­gen zu einem möglichst frühen Zeit­punkt. Ist ein Pro­jekt definiert und bei den Behör­den eingegeben, hof­fen alle Beteiligten, dass die Bewil­li­gung zeit­gerecht erteilt wird, und dass keine Ein­sprachen von Drit­ten erfol­gen. Verzögerun­gen führen nicht nur zu ter­min­lichen Ver­schiebun­gen, son­dern meist auch zu finanziel­len Mehraufwen­dun­gen und bei Sanierun­gen gar zu Unan­genehmen Fol­gen für unsere Mieterin­nen und Mieter. Um dies möglichst zu ver­mei­den, führen wir immer Ori­en­tierungsver­anstal­tun­gen für die Nach­barschaft und inter­essierte Kreise durch. Während der Bauphase kom­men trotz sorgfältiger Pla­nung immer wieder Prob­leme auf, welche gelöst wer­den müssen. Hier gilt es, mit unseren Part­nern die richti­gen Kom­pro­misse zu finden, damit Kosten, Qual­ität und Ter­mine einge­hal­ten wer­den, die Funk­tion­al­ität gegeben ist und die Ästhetik nicht darun­ter lei­det.

Wie seid ihr auf die Idee gekom­men inno­v­a­tive Architek­tur zu fördern?

Wir sind nicht die Vor­re­iter für inno­v­a­tive Architek­tur, im Gegen­teil. Bei unseren Vor­gaben ste­hen die gute Aus­nutzung der Grund­stücke, die Funk­tion­al­ität der Wohn­räume, die langfristige Qual­ität und die kostengün­stige Umset­zung im Vorder­grund. Das ist unser statu­tarischer Auf­trag. Die heutige Geset­zge­bung fordert die Architek­ten und Bau­fach­leute bere­its mehr als genug, prak­tik­able Lösun­gen in diesem Bes­tim­mungs­gewirr zu finden. Bei unserer Grösse kön­nten wir es uns auch nicht leis­ten, nur um der Inno­va­tion Wil­len einen Flop zu riskieren. Wir set­zen also primär auf Bewährtes. Finden die beauf­tragten Bau­fach­leute dann sogar Lösun­gen, welche als inno­v­a­tiv gel­ten, so ist dies besten­falls das Sah­ne­häubchen. Auch bei der Mate­ri­al­isierung und der Wahl der Far­ben lehnen wir Trends eher ab und bleiben wir möglichst neu­tral. Der Mieter erhält dadurch ein grösseres Farb­spek­trum bei der Wahl seiner Ein­rich­tungs­ge­gen­stände.

 

Du hast auch eine echt coole CD pro­duziert. Was hat Dir dabei am meis­ten Freude bere­itet?

Die Arbeit im Ton­stu­dio mit den Profimusik­ern war faszinierend. Ich war beein­druckt, wie rasch sich diese in die Songs ein­lebten und auf ihre Parts mit viel Ein­füh­lungsver­mö­gen und Genial­ität prak­tisch aus dem Stand ein­spiel­ten. Und am Schluss natür­lich das Resul­tat. Ich hätte nie erwartet, dass sich aus meinen Kom­po­si­tio­nen ein der­art cooler Sound gener­ieren lässt.

 

Jetzt hast Du Gele­gen­heit! Was woll­test Du den BGZ Mieter und Mieterin­nen schon lange mal sagen?

Ein ganz grosses Danke an Alle, die uns seit Jahren treu sind und die Werte und nach­haltige Entwick­lung unserer Genossen­schaft mit­tra­gen. Danken möchte ich aber auch allen Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­ern der BGZ. Sie set­zen sich jeden Tag dafür ein, dass sich unsere Mieterin­nen und Mieter in ihrem Zuhause wohlfüh­len, unsere Liegen­schaften gepflegt wer­den und dass notwendige Repara­turen rasch aus­ge­führt wer­den.

Adi, ganz her­zlichen Dank auch an Dich!

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