Welche besonderen Rechte und Pflichten Genossenschaftsmitglieder haben

Wer in einer Wohn­baugenossen­schaft lebt, ist nicht ein­fach Mieterin oder Mieter einer Woh­nung, son­dern gle­ichzeitig Mit­glied und somit Mitbe­sitzerin oder Mitbe­sitzer. Damit tra­gen die Bewohner aber auch mit an der Ver­ant­wor­tung für die gesamte Genossen­schaft. Man spricht beim genossen­schaftlichen Wohnen deshalb auch vom drit­ten Weg zwis­chen Miete und Wohneigen­tum.

Jedes Genossen­schaftsmit­glied wird an die Gen­er­alver­samm­lung ein­ge­laden und kann über wichtige Geschäfte abstim­men sowie die Mit­glieder des Vor­standes wäh­len. Wer etwas verän­dern oder ein neues Pro­jekt lancieren möchte, hat die Möglichkeit, selbst einen Antrag an die Gen­er­alver­samm­lung zu stel­len. Noch aktiver mit­gestal­ten kann sein Wohnum­feld, wer im Vor­stand oder in einer Arbeits­gruppe mitwirkt. In den meis­ten Genossen­schaften gibt es zum Beispiel Sied­lungskom­mis­sio­nen, die Feste und Freizeitak­tiv­itäten organ­isieren, Baukom­mis­sio­nen, Kom­post­grup­pen und vieles mehr. Wer sich nicht regelmäs­sig engagieren möchte oder kann, hat oft auch Gele­gen­heit zu spon­ta­nen oder spo­radis­chen Ein­sätzen, zum Beispiel mit der Mith­ilfe an einem Sied­lungs­fest oder Mit­tagstisch.

Neben den vielfälti­gen Mitwirkungsmöglichkeiten prof­i­tieren Genossen­schaftsmit­glieder von fairen und gün­sti­gen Miet­zin­sen und einer hohen Wohn­sicher­heit. Nur in Aus­nah­me­fäl­len kann eine Woh­nung gekündigt wer­den. Wird eine Sied­lung umfassend ren­oviert oder muss gar abgeris­sen wer­den, kündi­gen Genossen­schaften dies sehr frühzeitig an und bieten eine geeignete Ersatz­woh­nung an.

Umgekehrt gel­ten bei Wohn­baugenossen­schaften eher stren­gere Ver­mi­etungskri­te­rien als bei pri­vaten Ver­mi­etern. Schliesslich sol­len die gün­sti­gen Woh­nun­gen auch den­jeni­gen zu Gute kom­men, die auf sie angewiesen sind. So wer­den etwa grosse Woh­nun­gen primär an Fam­i­lien abgegeben. Gewisse Genossen­schaften ver­lan­gen je nach Woh­nungs­grösse auch eine min­i­male Per­so­n­e­nan­zahl. Für Woh­nun­gen, die vom Staat gezielt ver­bil­ligt wer­den, gel­ten ausserdem spezielle Einkom­mens und Ver­mö­genslim­iten.

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